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Sünde 3

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Sünde 3

Wir haben keine Vorbilder!

Diese Erkenntnis stimmt nur zum Teil, denn Tracht haben, tragen und nutzen, hat in der heutigen Zeit ganz andere Bezüge.

Nicht nur die allgemeine Mode befand sich in einer ständigen Wandlung, das Gleiche gilt auch für die Tracht.
Jedoch war bei der Tracht die Wandlung (Veränderung) viel, viel langsamer. Sie hielt mit der gesellschaftlichen Entwicklung nicht immer Schritt.

Bei vielen Verantwortlichen wurde die Tracht aus dem Auge verloren, die politische Vergangenheit - und das sollte man nicht vergessen - spielte dabei eine entscheidende Rolle. Ganz besonders auch bei uns in Deutschland (die trachtentragende Rolle während der Hitlerzeit).

Dabei erinnere ich mich, dass es in der Vergangenheit gute Ansätze auf höchster Ebene gab. Zum Beispiel beim Empfang im Amtssitz des Bundespräsidenten Johannes Rau, 2003, mit fast 1000 Trachtenträgern.
Das war eine Würdigung auf höchster Ebene und hinterließ bei allen Teilnehmern Stolz und Anerkennung.

Kleine persönliche Anmerkung:

In diesem Zusammenhang gäbe es bei mir folgende Vorstellungen.

Unsere Kanzlerin, die Minister und die Mitglieder des Bundestages haben zu den Tagungen in regionaler Tracht zu erscheinen...
Wäre das nicht köstlich?
Ich könnte mir vorstellen, alle wären sofort auf der Scheibe des Fernsehens.
Wären und würden den Bürgern in Deutschland besser bekannt und man würde sich besser an sie erinnern?
Wären das nicht Vorbilder?

Ich trage zu verschiedenen Veranstaltungen auch eine Tracht, die Tracht eines "Mansfeldischen Bergmannes". Nicht weil sie mir gefällt, nein ... weil sie in unserer Familie zu Hause war. Alle meine Vorfahren waren Bergleute im Mansfeldischen. Bei gemeinsamen Treffen erklingt noch heute der bekannte Bergmannsgruß: "Glück auf !"

Herr Wager, noch einige Worte zu ihrer Meinung, dass die Trachtenträger nicht das nötige "Hintergrundwissen" besitzen. Auch hier nochmals der Hinweis auf mein Treffen in Schlitz, bei dem ich vom Gegenteil überzeugt wurde.
Die Trachtler waren durchweg nicht nur schlechthin Träger.
Sie konnten tiefgreifend zu ihrer Tracht, Region, Landschaft sehr ausführlich etwas sagen. Ich war sichtlich erstaunt.

Ich denke, Herr Wager, da muss etwas umgedreht werden oder Sie sind nicht richtig informiert.
Ich komme noch einmal auf die von Ihnen benannten Vorbilder, die es nicht mehr geben soll, zurück.

Ich denke, es ist Ihnen bekannt, dass der Deutsche Trachtenverband viele tausend Mitglieder hat. Wären das nicht schon genügend Vorbilder?

Freilich könnte in dieser Verbindung noch viel mehr gesagt, besprochen und in der Praxis verwirklicht werden.
Es gibt bestimmt neue Erkenntnisse und Vorstellungen, die im engen Zusammenspiel in dem täglichen Leben und der volkskünstlerischen Tätigkeit in den Vereinen, mit den Mitgliedern erarbeitet werden könnten.

Wichtig ist und bleibt der richtige Einsatz aller vielfältig wirkenden Erkenntnisse der volkskünstlerischen Tätigkeiten in der täglichen Arbeit aller Vereine.

Und hier treffen wir auf eine große Vielfalt und Breite mit vielen ehrenamtlichen Aktivitäten.

Kommen wir zum nächsten Sündenfall...

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Stand: 25. September 2009