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Sünde 4
"Wir fügen zusammen, was nicht zusammen gehört"
Wer legt denn fest, was zusammen gehört und wer holt "Totes" aus der Grabkammer der Geschichte?
Also Herr Wager, was stimmt denn da nicht?
Wir bei uns (in der früheren DDR) und ich spreche nicht als Außenstehender, sondern als langjähriger Vorsitzender der ZAG (Zentrale Arbeitsgemeinschaft Bühnentanz) 1970 - 1990, haben mit größter Akribie und künstlerischer Verantwortlichkeit nicht in einer Grabkammer gesessen und gearbeitet, sondern Tanz - Theater - Chor - Ensemble und Tracht zu einer Einheit verschmolzen.
Nämlich alles dorthin, wo es hin gehört, und wenn wir schon einmal dabei sind, gleich einen Schritt weiter. Wir sind nicht im "alten Brei" der Volkstänze schlechthin stehen geblieben, wir rückten Inhalt und Form im Tanzgeschehen der Gegenwart ein Stück näher. Dabei ließen wir Tracht und die gesamte Bühnenbekleidung nicht aus dem traditionellen Auge.
Die tänzerische Aus- und Weiterbildung stand auch bei uns, in all den vergangen Jahren, ganz vorne an und hat sich künstlerisch gelohnt, auch für die anleitenden Kräfte sowie für die Mitglieder der Gruppen und Ensembles.
Fachgespräche, Kolloquien, Fachkonferenzen, die Arbeit in den Kreis- und Bezirks-Arbeits-Gemeinschaften waren wichtige Voraussetzungen für die fachlichkünstlerische Entwicklung der Gruppen und deren Mitglieder.
Dies diente auch der Erkenntnis und der Zusammenführung von regionalen Bräuchen und Festen.
Ich denke, das sind viele Beispiele des Zusammenfügens von künstlerischen Aspekten, die zusammen gehören und ihre langjährige Auswirkung auf die Gruppen und Ensembles hatten.
Frage: Was gehört denn da nicht zusammen?
Eine rückblickende Bemerkung und Kritik.
Nicht viel ist übrig geblieben, manches hätte übernommen werden können und man hätte nicht im Laufen (wie von ihnen bemerkt) von einem Lehrgang zum anderen starten müssen.
Ja, man hätte nicht bei Punkt Null anfangen sollen, man hätte aus Vorhandenem voll schöpfen können.
Ich sage und schreibe, dass wir in der Vergangenheit nicht an der Wand geschlafen haben, sondern mit dazu beitrugen, eine ganze Reihe volkskünstlerischer Prozesse verschiedenen Genres nach vorne zubringen, die auch heute noch ihre Gültigkeit haben.
(Ich denke da an fachliche Ausarbeitungen und Niederschriften von Frau Änne Goldschmidt, Rosemarie Ehm-Scholz, Thea Maass, Dr. Horst Oeser, Norbert Molkenbur, Hans Thomas, Gert Petzold, Christa Künne, Günter Neubert, um nur einige zu benennen)
Stand: 25. September 2009 |