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Sünde 6
Tracht grenzt aus!
Wo leben wir denn, die Jugend von heute tanzt eben anders und die Umgebung des Tanzplatzes hat sich auch gewandelt. Man zieht sich anders an und die Musik, zu der man Körper und Beine schwingt, sind auch anders.
Wir müssen uns damit abfinden, dass heute und hier vieles verändert ist, auch in dem gesamten Bereich der volkskünstlerischen Tätigkeit.
Bei unseren alle zwei Jahre stattfindenden Internationalen Festivals für Kinder- und Jugendensembles freuen sich die Gäste und Zuschauer auf das, was die ausländischen Gruppen künstlerisch gestalten. Sei es im Tanz, Gesang und Musik oder in der gesamten szenischen Programmgestaltung.
Ebenso erfreuen sich die Zuschauer an den schönen nationalen und regionalen Trachten und verbinden damit Erkenntnisse zu den nationalen und regionalen Eigenarten der Nationen aus denen die Gruppen kommen.
Wo können wir da eine Ausgrenzung erkennen?
Das wäre doch an den Haaren herbei geholt oder nicht?
Ich denke und möchte das ganz klar aussprechen: "Tracht verbindet und ohne Tracht wäre eine volkskünstlerische Darbietung nicht komplett."
Zum Anderen kann ich nicht Ihre Meinung nachvollziehen, das bei Tanzfesten oder anderen Treffen der Tänzer "sogenannte Zivilisten" vom Tanzboden verschwinden, wenn Trachtenträger zum Tanzen dazu kommen.
Ich habe in meiner Vergangenheit festgestellt, dass es da keine Hemmnisse gibt. Beim Internationalen Folklore Festival in Schlitz, Scheessel, Erfurt und anderen Festivals gibt es eine große Gemeinsamkeit. Trachtenträger und "Zivilisten" tanzen gemeinsam durch die gesamte Nacht.
Ich verstehe ihre Eingrenzung nicht und es ergibt sich die Frage, bei welchen Treffen der Tänzer - überhaupt der Volkskünstler - so etwas "Negatives" von Ihnen gesehen wurde. Nämlich eine AUSGRENZUNG von NICHT - TRACHTENTRÄGERN? Es ist doch nicht wahr und ich weiß auch nicht, wo sie diese Erkenntnisse her nehmen, dass die Tracht das Kennzeichen einer kleinen Elite ist.
Ich erinnere mich und ich hoffe, ich liege nicht verkehrt, dass wir uns vor vielen Jahren zu diesen Themen bereits in Ungarn schon einmal auseinander gesetzt haben und ich musste feststellen, dass sie mit Ihrer Meinung - jeder kann ja seine Gedanken äußern - völlig daneben, das heißt neben der "Praxis" gestanden haben.
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