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Sünde 7
"WIR PRODUZIEREN FOLKLORE SHOWS!"
Definition: (lt. "Neues Wörterbuch" Seite 134 Sonderausgabe)
Folklore - Brauchtum, in publikumswirksamer Aufmachung (englisch)
Was nun?
- soll unsere volkskünstlerische Arbeit (auf vielen Gebieten der Folklore) nicht publikumswirksam sein - oder?
Wir, die auf der Bühne oder auf einen Platz künstlerisch agieren, als Solisten, Gruppen, Ensembles, wollen doch (wie man so schön sagt) über die Rampe kommen. Hin zu den Zuschauern, mit dem Wunsch, dass das Publikum bis zum Ende unseres Programms verweilt.
Wenn nicht ein Programm dargeboten wird, das mitreißt und die Sinne und Herzen des Publikums anspricht, dann laufen die Zuschauer vom Platz.
Freilich kann man nicht erhoffen, dass alle Zuschauende hochspringen und an bestimmten Programmteilen mitmachen wollen. Da hat sich doch die Volkkunst, wie auch die Berufskunst, im letzten Jahrhundert merklich verändert.
Die Menschen sind offener für die Vielfalt und Breite, jedoch erwarten sie auch Qualität, sind kritischer und wertender und das nicht nur bei den direkt vorgetragenen Darbietungen. Nein - auch bei Veranstaltungen des Fernsehens, des Rundfunks und des Theaters.
Ja, man muss schon etwas bieten! Künstlerische Leistungen und Qualitäten. Dabei reichen 12 und 24 gleichbleibende Kehren nicht mehr aus. Da muss schon etwas mehr vorgestellt und geboten werden.
Das allein wäre schon einer weiteren Diskussion wert.
Was ist eine SHOW ...?
Eigentlich in erster Linie - etwas zu Schauendes.
Etwas, was mit Temperament, mit Vielfalt und mit guter Qualität vorgetragen wird. Das heißt: "Es muss was losgehen! - Und das ist nicht immer der Fall. Auch bei uns, bei Programmen der Volkskunst."
Heute verlangt man, dass an den Veranstaltungen teilnehmende Publikum auch etwas besonderes, etwas was mitreißt. Mitsingen und Mittanzen ist heute kaum noch gefragt, höchstens das gemeinsame Klatschen.
Wir sehen, auch eine Show ist nicht so einfach. Sie muss ein hohes künstlerische Niveau besitzen.
Als ehemalig tätiger und leitender Volkskünstler der ehemaligen DDR (und heute noch tätiger Folklorist) gab es für mich immer klare Ziele beim Aufbau der Volkskunst.
Unsere künstlerische Zielstellung, künstlerische Vielfalt, Breite und Qualität in allen Bereichen der Volkskunst - ich meine, das war doch bestimmt eine gute Zielstellung?
Sie diente einer breiten künstlerischen und persönlichen Bildung und Erziehung.
An Beispielen sollte es nicht fehlen. Das hat nichts mit "Nostalgie" zu tun. Gute Beispiele und Erfahrungen sollte man immer für die zukünftige Arbeit verwenden und da kann man auch gut von Anderen lernen.
Somit wären wir wieder bei dem Ausgangspunkt SHOW.
Ich denke, auch unsere volkskünstlerische Arbeit sollte, wenn sie auf der Bühne präsentiert oder zu anderen Angelegenheiten genutzt wird, künstlerisch, gestalterisch und vielseitig verpackt sein, um das Publikum anzusprechen. Dabei könnte noch viel über Inhalt und Form gesprochen werden.
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