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 Projekt "Baumjagd"



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 Schleswig-Holsteinischer

 Heimatbund e.V.

 Hamburger Landstr. 101,

 D-24113 Molfsee

 Tel.: +49 431-98384-0

 Fax: +49 431-98384-23

 eMail: info@heimatbund.de

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Was macht einen guten Knick aus?

Um die ökologischen Funktionen der Knicks zu erhalten, sind regelmäßige Pflegearbeiten unerlässlich, bei denen der Knick auf den Stock gesetzt wird. Daneben werden aus Gründen der landwirtschaftlichen Praxis oder der Verkehrssicherheit vielfach seitliche Rückschnitte durchgeführt.

  • Knicken
    Aus ökologisch-fachlicher Sicht besitzt ein regelmäßig – d.h. alle 10 - 15 Jahre - auf den Stock gesetzter Knick die größte Bedeutung. Als optimale Knickverfahren können alle Verfahren angesehen werden, bei denen neben einem ausreichend tiefen Schnitt (eine Handbreit über dem alten Stubben) eine glatte Schnittfläche erreicht wird, da so ein dauerhafter und vitaler Wiederaustrieb der Gehölze gewährleistet ist. Dies kann ggf. bedeuten, dass nach dem Einsatz von Maschinen (Kreissäge, Knickzange) mit der Motorsäge nachgearbeitet werden muss.
  • Aufputzen
    Um das seitliche Wachstum des Knicks aus Gründen der landwirtschaftlichen Praxis oder der Verkehrssicherheit zu begrenzen, kann innerhalb der 10-15-jährigen Knickperiode seitlich zurückgeschnitten ("aufgeputzt") werden.
    Der Mindeststandard sieht ein senkrechtes Aufputzen vom Wallfuß vor. Dabei sollte eine Aufputzhöhe von 4,00 m nicht überschritten werden. Überhälter sollten von diesen Aufputzmaßnahmen ausgenommen werden und stattdessen bei Bedarf aufgeastet werden.
    Zudem sollte, wie beim Knicken, das Aufputzen mit scharfem Werkzeug und angemessener Geschwindigkeit erfolgen, um ein Aufsplittern der Seitenäste zu vermeiden. Zu bedenken ist, dass die Seitenäste im Wesentlichen für das Angebot von Blüten und Früchten verantwortlich sind und starke Rückschnitte in diesem Bereich einen deutlichen Rückgang von Blüten und Früchten in der kommenden Vegetationsperiode bedeuten können.
  • Überhälter
    Beim Knicken sind Überhälter – aus Kernwuchs gezogene Einzelbäume - in einem Abstand von höchstens 40-80 m stehen zu lassen. Auch in diesem Fall sind örtliche Begebenheiten zu berücksichtigen. So können junge Überhälter im Hinblick auf spätere Ausfälle oder Auslese in engeren Abständen hochgezogen werden. Die Überhälter sollten untereinander keinen Kronenschluss haben und von den Aufputzmaßnahmen ausgenommen werden. In die bewirtschaftete Fläche hineinragende Äste können stattdessen – mit glattem Schnitt - am Stamm abgenommen werden.
  • Saumstreifen an Knicks
    Saumstreifen sollten eine Mindestbreite von 20 cm zum Schutz des Walles haben und von der Bodenbearbeitung ausgenommen werden. Werden die Saumstreifen in die Stoppelbearbeitung einbezogen, sollte dies möglichst flach und nicht komplett, sondern abschnittsweise erfolgen, um Winternahrung für z.B. Goldammern/ Rebhühner bieten zu können.
    Bei der Abzäunung von Knicks an Weideland ist ein Abstand einzuhalten, der es dem Weidevieh unmöglich macht, die Gehölze auf dem Wall bzw. die Krautschicht auf den Wallflanken zu erreichen.
  • Behandlung des Knickwalls/Wallfußes
    Durch Regenwasserabfluss und Erdrutschen erfolgt an den Wallhecken ein normaler Erosionsprozess, der im Laufe der Jahre zu einer Degradierung und Destabilisierung der Wälle führt. Die fachgerechte Stabilisierung des Walles/Wallfußes bzw. deren regelmäßiges Ausbessern – ohne Überdeckung von Gehölzen - erfordert einen hohen Arbeits- und Zeitaufwand.
  • Behandlung von Gehölzlücken
    Das regelmäßige Schließen von Gehölzlücken mit standortheimischen Baum- und Straucharten erfordert einen hohen Arbeits- und Zeitaufwand, da aufgrund des Wildverbisses in der Regel ein Einzäunen der Nachpflanzungen und aufgrund des Unkrautdruckes ein regelmäßiges Freimähen nötig sein wird.
  • Ablagerungen auf den Knick
    Abfälle dürfen sich generell nicht im/am Knick befinden. Auch Sammelsteine und organisches Material dürfen nicht in größerem Umfang auf dem Knick deponiert werden.
  • Jagdliche Einrichtungen
    Als Ständerbauten ausgeführte Hochsitze/ebenerdige Ansitze sollten nicht auf dem Knick stehen. Beeinträchtigungen der Wallhecke durch Kirrungen, Salzlecken etc. müssen vermieden werden.
  • Verwertung des Knickaufwuchses
    Auf den Knicks wachsen wertvolle Rohstoffe, die auf vielfältige Art genutzt werden können (Brennholz, Bauholz, Flechtware, Früchte). Insbesondere die thermische Holznutzung hat auch heute wieder einen bedeutenden Stellenwert. Die betriebliche bzw. überbetriebliche Nutzung des Holzes als Brennmaterial – und damit der Ersatz von fossilen Brennstoffen - stellt eine sinnvolle Verwertung des Knickaufwuchses dar.

Dr. Jörg Bargmann, Projektkoordinator


Stand: 28. Oktober 2009