Allgemeine Aufgaben der Heimatbünde
1. Popularisierung von Informationen
Diese Tätigkeit liegt im Zentrum der Zielsetzungen des SHHB, dem daran gelegen ist, neben den üblichen Bildungsanstalten und der Freizeitbildung eine besondere Form der Breitenkultur zu fördern und zu entwickeln. Damit soll ein Äquivalent zu den gut geförderten und gut entwickelten Bereichen der bildenden Kunst, der überregionalen Literatur und der überregionalen Musik geschaffen werden.
2. Soziale Aufgaben
Neben der Auseinandersetzung mit Themen und der Erfüllung von Sachaufgaben ist die Zusammenführung von Personen in den Vereinen eine wesentliche Aufgabe von Orts- und Landschaftsvereinen.
3. Sammlung und Betreuung von Sammlungen unter volkskundlichem Aspekt
Es gibt zahlreiche dörfliche und landschaftliche Sammlungen, die von Laien angelegt worden sind. Diese Amateure können in den Institutionen des SHHB sowie in seinen Fortbildungsveranstaltungen informiert und angeleitet werden.
4. Beratung von Mitgliedern und Nichtmitgliedern in vereinlichen und sachlichen Fragen
Als Dachverband hat der SHHB die Aufgabe, seinen Mitgliedern, aber auch Nichtmitgliedern in seinen Sachgebieten mit Beratung bzw. mit der Koordination von Beratung Unterstützung zu geben.
5. Kulturpolitische Stellungnahmen
In der Situation stark konkurrierender Interessen im Bereich der Kultur hat der SHHB dafür zu sorgen, daß seine Aufgabenbereiche, mit denen er von der Mitgliederversammlung beauftragt ist, kulturpolitisch durchgesetzt bzw. in den Gremien zur Sprache gebracht werden.

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Satzungsmäßige Aufgaben und Ziele des SHHB
Der SHHB gestaltet die Heimat- und Kulturpolitik des Landes auch im Rahmen regionaler, nationaler und europäischer Bezüge.
Schwerpunkt der Arbeit des SHHB ist die Bildung und Weiterbildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
Der SHHB arbeitet unabhängig, überparteilich und überkonfessionell.
Seine Aufgaben erfüllt er u.a. auf den Gebieten:
Förderung der Landeskunde und der Heimatkultur
Nachhaltiger Schutz von Natur und Umwelt
Bewahrung und Entwicklung schleswig-holsteinischer Kultur
Förderung der niederdeutschen und friesischen Sprache
Förderung von Denkmalpflege, Baugestaltung und Entwicklung der ländlichen Räume und der Städte
Verbreitung von Kenntnissen der schleswig-holsteinischen Geschichte
Partnerschaft mit der deutschen Volksgruppe in Nordschleswig
Unterstützung deutscher Minderheiten im Ausland
Zur Geschichte des Verbandes
1947 versammelten sich Heimatvereine aus Schleswig-Holstein, Mitglieder der Landesregierung, Oberkreisdirektoren und Landräte, Parteien, Presse, Mitglieder der Universität, des Adels, Vertreter von Speeldelen, dazu eine Reihe von Einzelpersönlichkeiten, um den Schleswig-Holsteinischen Heimatbund (SHHB) zu gründen.
Die Versammlung beschloß einen Appell an die Bevölkerung, in dem einerseits gegen eine Trennung der Landesteile Schleswig und Holstein aufgerufen wurde, andererseits bereits kulturelle Ziele des SHHB festgehalten wurden. Es hieß dort:
"Wir wollen in Verantwortung gegen Vergangenheit und Zukunft unseres Volkes zusammenstehen und in dieser schwierigen Zeit die Ohren steif halten und an der alten Kultur und Geschichte unseres Landes mit dem Wort ‘up ewig ungedeelt’ und an der plattdeutschen und friesischen Sprache festhalten."
Die Gründung des SHHB sowie dieser Appell hatten in Zeiten allgemeiner Not und Hoffnungslosigkeit eine für viele Schleswig-Holsteiner motivierende Signalwirkung, sich einer Trennung der Landesteile Schleswig und Holstein entgegenzustellen, ohne dabei antidänische Tendenzen im Heimatbund zuzulassen.
In der Folgezeit ging es um die Entwicklung der Kulturarbeit in Schleswig-Holstein und um die Unterstützung der deutschen Minderheit in Nordschleswig.
Festzuhalten bleibt, daß der SHHB in den zurückliegenden Jahrzehnten seine Aufgaben den historischen und gesellschaftlichen Anforderungen angepaßt und dabei das Ziel verfolgt hat, Schleswig-Holstein als historische, politische, landschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Einheit zu unterstützen, zu pflegen und zu fördern. Hierüber geben etwa das 1953 in Rendsburg verkündete Landespolitische Programm des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes oder das Heimatpolitische Programm Auskunft, das 1987 in Schleswig verabschiedet wurde und an die Stelle des Landespolitischen Programms trat. Dem SHHB gehören heute 91 Orts-, Kreis- und Landschaftsverbände an, 103 Trachtengruppen, 100 korporative Mitglieder, 18 plattdeutsche Vereine, 5 Ortsvereine der Buten-Schleswig-Holsteiner, 5 Dichter- und Schriftstellergesellschaften und 15 Vereine, die den SHHB in seiner Arbeit unterstützen.
Die Funktion als Grenzverband stand zunächst im Vordergrund und damit auch die Unterstützung der deutschen Minderheit in Nordschleswig. Ein wesentlicher Faktor für die friedliche Form des Nebeneinanders der Staaten ist in der Minderheitenpolitik Deutschlands und Dänemarks zu erkennen. Mit der Förderung der Minderheiten nördlich und südlich der Grenze entstand ein vorbildliches Kindergarten- und Schulsystem der Minderheiten. Der SHHB entwickelte zusammen mit der deutschen Minderheit einen vielfältigen Patenschaftsbezug zwischen der Bundesrepublik und deutschen Institutionen nördlich der Grenze.
Mit den Bonn-Kopenhagener Erklärungen war der Weg in die gleichberechtigte Behandlung von Minderheiten in Deutschland und Dänemark geöffnet. Die Beziehungen besserten sich, nachdem beide Seiten erklärt hatten, keine Grenzänderungen mehr zu beabsichtigen. Nach wie vor galt die kulturelle, soziale und politische Konkurrenz im Landesteil Schleswig. Die Auseinandersetzung in den letzten Monaten um die Europäische Region nördlich und südlich der Grenze hat gezeigt, daß der durchaus friedliche und gut nachbarschaftliche Verkehr über die Grenze hinweg durchaus immer noch von Nationalismen gestört werden kann.
Der SHHB hatte - ganz im Sinne seines Gründers Dr. Muuß - daran gearbeitet, die gesamte kulturelle, natürlich-landschaftliche und soziale Eigenart des Landes Schleswig-Holstein zu sichern - lange bevor das Wort vom "Europa der Regionen" in aller Munde war. Eine bedeutende Vertiefung dieser Absichten des SHHB wurde durch das Heimatpolitische Programm von 1987 erreicht, das unter seinem Präsidenten Dr. Werner Schmidt von vielen vom SHHB eingerichteten Fachausschüssen erarbeitet wurde. Dieses Programm bot im Hinblick auf die kulturelle Bindung des Menschen einen Katalog der Schleswig-Holstein auszeichnenden bzw. charakterisierenden Spezifika, die erhaltenswürdig bzw. zu entwickeln sind - von den landeseigenen Sprachen, Denkmälern, Landschaften, Trachten bis zu der komplizierten und spannenden Geschichte des Landes.
"Heimat" - Definition des Begriffes
Heimat ist ein vieldiskutierter Begriff mit einer wechselvollen Geschichte.
Heute wird im allgemeinen unter Heimat das verstanden, was den Menschen durch Geburt, lange Anwesenheit, durch intensive Beschäftigung oder Arbeit vertraut ist.
Es ist die Region, in der der Mensch sich in Geschichte und Gegenwart auskennt und aufgrund von Erfahrungen zu handeln weiß.
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