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Jahresbericht 2005, Ausschuss für Natur und Umwelt
Vorsitzende: Dr. Christel Happach-Kasan
Die bereits im Vorjahr begonnene Arbeit zur europäischen Wasserrahmenrichtlinie wurde u.a. mit dem Pilotprojekt Schwentine fortgesetzt. Hierzu merkt der Ausschuss besonders an, dass für die Durchgängigkeit der Schwentine bereits einige Fischtreppen in Bau sind, doch die Planung für das entscheidende Hindernis in Kiel an der Schwentinemündung noch nicht abgeschlossen ist. Nach Auskunft der Stadt Kiel soll gegen Ende 2005 oder Anfang 2006 mit den Arbeiten an den Straßenbrücken begonnen werden. Die Flussmündungs selbst wird in eine naturnahe, für wandernde Tierarten passierbare Sohlgleite umgestaltet.
Zu den Landtagswahlen hat der Ausschuss Wahlprüfsteine formuliert und an den Vorstand weitergegeben, die die Bestrebungen des SHHB zur Pflege der deutschen Kultur schleswig-holsteinischer Prägung und dem Schutz, der Pflege und Gestaltung von Natur und Landschaft in Schleswig-Holstein in besonderem Maße Rechnung trägt. Der Ausschuss wird diese Anregungen auch weiter für die Bundestagswahl 2006 verwenden.
Eine Exkursion führte den Umweltausschuss in das Naturschutzgebiet Höltigbaum. Das am östlichen Rand von Hamburg gelegene Naturschutzgebiet umfasst 546 Hektar Fläche, die zu etwa gleichen Teilen zu Schleswig-Holstein und zur Hansestadt Hamburg gehören. Weite Grasflächen mit Einzelbäumen, Baumreihen und Sträuchern bestimmen das Bild. Eingestreut sind kleine Wälder, Trockenrasen und Sandheiden. Feuchte Senken, Tümpel und vegetationsfreie offene Bodenstellen erweitern das Spektrum der Lebensräume. Hier findet man eine große Anzahl gefährdeter Tiere und Pflanzen, die hier ein großflächiges Rückzugsgebiet gefunden haben.
Zur Geschichte:
Bereits seit dem Ende der Eiszeit nutzten Menschen diese Gegend als Jagd- und Lebensraum. Archäologische Funde belegen dies; durch Ausgrabungen haben das Ahrensburger- und Stellmoorer Tunneltal auch international Bedeutung erlangt.
Seit 1937 wurde das Gebiet militärisch genutzt, ein Glücksfall für die Arten und Lebensräume. 1995 endete die Zeit als Truppenübungsplatz, 1997 stellte das Land Schleswig-Holstein seinen Teil unter Naturschutz, ein Jahr später folgte Hamburg.
Seit 2000 fördert das Bundesamt für Naturschutz in Kooperation mit den beteiligten Bundesländern die modellhafte Umsetzung der Konzeption der "Halboffenen Weidelandschaft" auf diesem ehemaligen Standortübungsplatz der Bundeswehr. Die naturschutzfachlichen und ökonomischen Auswirkungen der Beweidung werden wissenschaftlich untersucht. Diese wissenschaftlichen Begleituntersuchungen führt die Universität Lüneburg (Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz) in Zusammenarbeit mit dem Kieler Institut für Landschaftsökologie durch.
Wichtigste Träger sind die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, der Kreis Stormarn und die Stiftung Naturschutz Hamburg.
Das NSG ist u.a. nach außen und abgezäunt und nur auf Wegen für Besucher zugänglich. Es wird möglichst ganzjährig von robusten Rindern und Schafen ohne Zufütterung beweidet (0,41 GVE/Hektar).
Beispielhaft sei hier die erfreuliche Entwicklung von Tiergruppen und Arten genannt, so die Zunahme der Population von Braunfröschen und der Feldlerche.
Für weitere und genauere Informationen wird ein Besuch und das umfangreichen Info-Material zu dem Gebiet empfohlen.
Weitere Themenschwerpunkte sind:
Historische Kulturlandschaften: Der Umweltausschuss wird sich weiterhin mit der Erhaltung und Erfassung historischer Kulturlandschaften und ihrer Elemente befassen.
Forstliche Zertifzierung und Arbeit des PEFC-Zertifzierungungsrates:
Der SHHB ist Mitglied in der regionalen Arbeitsgruppe des PEFC-Zertifizierungsrats. Die Kriterien des Zertifikats erscheinen dem Ausschuss noch zu weich, doch er hält sie für einen guten Anfang und spricht sich für eine weitere Mitwirkung in der Arbeitsgruppe aus.
Strategische Ansätze für Agenda 21 Prozesse in Schleswig-Holstein, Umweltpolitisches Programm des SHHB:
Seit Jahren gibt es zahlreiche Projekte und Ansätze zur Agenda 21, die viele gute Ideen hervorgebracht haben. Zur Zeit bemüht man sich um neue Impulse und Schwerpunktthemen. Der SHHB leistet mit den Wettbewerben "Umweltfreundliche Gemeinde" und "Unser Dorf soll schöner werden, unser Dorf hat Zukunft" einen Beitrag dazu.
Zum Umweltpolitischen Programm wird der Ausschuss seine Erkenntnisse aus den Sitzungen in Form von Leitsätzen zu Papier bringen.
Mitarbeit im Umweltausschuss:
Der Ausschuss bietet Fachleuten aus dem Umweltbereich die Möglichkeit, ihre Vorstellungen und Anregungen landesweit bekannt zu machen. Er ist offen für neue Mitglieder und Ideen. Insbesondere für die Zusammenarbeit mit Schulen sucht der Umweltausschuss neue Mitarbeiter, so z.B. Lehrer aus dem Fach Biologie/Geographie.
SHHB Tel: 0431/98 384-20, Fax: 0431/98 384-23
eMail: [eMail]
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