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Jahresbericht 2006, Ausschuss für Natur und Umwelt
Vorsitzende: Dr. Christel Happach-Kasan
Der Umweltausschuss hat sich im Berichtszeitraum hauptsächlich mit der Weiterentwicklung des Umweltprogramms befaßt.
Daneben unternahm er am 4. Juli 2005 eine Exkursion in das Naturschutzgebiet Geltinger Birk:
In diesem Schutzgebiet arbeiten der Diplom-Forstwirt Thomas Bender, der Biologe Nils Kobarg und drei FÖJ-lern (Freiwilliges Ökologisches Jahr) zur Pflege und Weiterentwicklung der einmaligen Lebensräume. Die Öffentlichkeitsarbeit und heimatkundliche Führungen sind weitere Schwerpunkte.
Das ehemalige Lotsenhaus in Nieby wurde nach grundlegender Sanierung als Biologische Station eingerichtet. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Nieby und dem Amt Gelting entstand hier ein modernes Informationszentrum. Es wird auch vom betreuenden Verband, dem NABU, genutzt.
Am Beginn der Führung versammelte sich der Ausschuss im Informationszentrum. Dort erläuterte Thomas Bender anhand von Karten die topographischen Gegebenheiten und die Entwicklung der Birk seit der letzten Eiszeit.
In dem 773 ha großen Schutzgebiet an der Ostsee leben Hochlandrinder und Konik-Pferde ganzjährig völlig frei. Damit ist die Geltinger Birk die zur Zeit größte "Halboffene Weidelandschaft" in Norddeutschland. Das Gebiet befindet sich im Besitz der Stiftung Naturschutz. Weitere 600 ha sind zur Beweidung angepachtet. Es gibt hier vier Wanderwege, die als "Konik", "Möwe", "Hochlandrind" und "Eule" ausgeschildert sind.
Nach der Einführung besichtigte der Ausschuss das Gebiet mit einer Rundwanderung auf dem 6.2 km langen Weg "Konik", der bei der Mühle "Charlotte" beginnt.
Die Öffnung der Landschaft für Einheimische und Touristen auf den Wanderwegen ist ein wesentliches Element der Naturschutzarbeit. Urlauber können sich in einige Ferienhäuser, die noch dem ursprünglichen Eigentümer der Ländereien, dem Baron von Hobe, gehören, einmieten und so die Natur aus nächster Nähe erleben. Auch die Ausschussmitglieder genossen den Blick auf die Flensburger Förde, die offene Landschaft und die Wanderung durch den Gespensterwald. Unter fachkundiger Anleitung spürten sie die halbwilden Konik-Pferde und die Highland-Rinder auf. Die von ihnen beweideten und offengehaltenen weiten Wiesenflächen bieten mit Kleingewässern Lebensraum für u.a. viele Vogelarten und Amphibien. Der Biologe Kobarg versucht seit mehreren Jahren, den Laubfrosch mit Hilfe von künstlicher Aufzucht hier heimisch zu machen. Dazu bringt er Froschlaich in Aquarien zum Schlupf, pflegt die Laubfroschlarven (Kaulquappen) bis zur Umwandlung in kleine Frösche (Matamorphose) und setzt sie dann an den Tümpeln aus.
Das NSG "Geltinger Birk" bietet vielfältige Informationen über unsere Heimat, ein Besuch ist mit Sicherheit für die Mitglieder von Heimatverbänden ein Erlebnis.
Das Umweltprogramm:
Den bisherigen Arbeitstitel "Umweltpolitisches Programm" hat der Ausschuss in "Umweltprogramm" geändert. In der Diskussion waren ebenfalls die Bezeichnungen "Programm für Natur und Umwelt" oder nur "Natur und Umwelt".
Das Umweltprogramm wird allgemeine, konsensfähige Aussagen zu den wichtigen Bereichen treffen, die zwar begründet, aber nicht speziell mit Daten belegt werden.
Es soll die im Ausschuss behandelten Themen enthalten und die Möglichkeiten des SHHB berücksichtigen. Daher kann es kein umfassendes Buch zur Umweltarbeit werden, sondern stellt in grundsätzlicher Form die Situation der Umwelt dar und zeigt die weitere Entwicklung und Ziele des SHHB auf. Die Inhalte sollen vom Vorstand, dem Landesausschuss, der Mitgliederversammlung und damit von unseren Mitgliedsverbänden mitgetragen und in geeigneter Form veröffentlicht werden.
SHHB Tel: 0431/98 384-20, Fax: 0431/98 384-23
eMail: [eMail]
Stand: 15. Januar 2008 |