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EVENT Connection, Kiel
Inh. Björn Willnat

Jahresbericht 2006/2007, Ausschuss für Natur und Umwelt

Vorsitzende: Dr. Christel Happach-Kasan

Im Berichtszeitraum waren die Neufassung des Landesnaturschutzgesetzes, der diskutierte Verkauf des Landeswaldes und die Fertigstellung des Umweltprogramms Schwerpunkte der Tätigkeit des Umweltausschusses.

Zum Landesnaturschutzgesetz hat Gudrun Schäfer eine Stellungnahme für den SHHB verfasst, in der u.a. die besondere Bedeutung der Elemente der historischen Kulturlandschaften hervorgehoben wird. Mit dem Verweis im neuen Landesnaturschutzgesetz auf das Bundesrecht wird auf die Chance verzichtet, das für Schleswig-Holstein Spezifische zum Ausdruck zu bringen. Dem SHHB ist der Schutz und insbesondere die Entwicklung der Kulturlandschaft als Erholungsraum und "Ort der Heimat" besonders wichtig. Eigenart, Vielfalt und Schönheit dieser Kulturlandschaften bedürfen einer gewissen Mindestausstattung der sie prägenden Elemente. Seit Jahren ist der SHHB um die Erhaltung der Elemente der historischen Kulturlandschaften bemüht. Oftmals ist die Ausweisung als Naturdenkmal die einzige Möglichkeit, kleinflächige Zeugnisse des menschlichen Umgangs mit der Natur zu erhalten. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sind sie zu erhalten, aber im Landesnaturschutzgesetz fehlt der Hinweis darauf. Das bedeutet einen Rückschritt im Bemühen um den Schutz dieser Elemente. Der SHHB verkennt nicht, dass nicht jedes schützenswerte Element als Naturdenkmal ausgewiesen werden muss. Aber das Gesetz sollte diese Option ermöglichen.

Im August 2006 besuchte der Umweltausschuss das vom SHHB betreute Naturschutzgebiet "Liether Kalkgrube" (Im Kreis Pinneberg, nahe der Stadt Tornesch).

Herr Wohlenberg stellte den Fachleuten des SHHB-Umweltausschusses "sein" Naturschutzgebiet mit geologischem Schwerpunkt vor. Am Beginn der Führung verteilte er Broschüren und Infomaterial zur Kalkgrube und wiest auf das Buch "Faszination Geologie, die bedeutendsten Geotope Deutschlands" hin, in dem auch die Liether Kalkgrube beschrieben wird.

Das NSG ist beim Wettbewerb "Die bedeutendsten Geotope in Deutschland" im diesem Jahr am 12. Mai mit dem Prädikat "Nationaler Geotop" ausgezeichnet worden. Neben der Liether Kalkgrube wurden in Schleswig-Holstein die Insel Helgoland und das Morsum-Kliff auf Sylt ebenfalls prämiert.

Das NSG ist nur ca. 16 Hektar groß und liegt östlich der Ortschaft Klein Nordende im Kreis Pinneberg. Die Gruben des Gebietes entstanden durch den Abbau von Kalk, Ton, Sand und anderen Gesteinen in den vergangenen 150 Jahren. Man kann hier an den 30 Meter hohen Steilhängen geologische Formationen bewundern, die bis ins Erdaltertum, ca. 225 bis 270 Millionen Jahre zurückreichen. 1986 wurde der wirtschaftliche Abbau beendet und im Oktober 1991 stellte die Landesregierung das Gebiet unter Naturschutz. Am Grund der Grube finden sich zwei Gewässer, deren Wasserstand über eine Pumpe geregelt wird. In der Mitte liegt der imposante Gipshut, der im Lauf der Jahrmillionen aus der Tiefe empor gepresst wurde.

In der Liether Kalkgrube findet man neben den geologischen "Sensationen" Fossilien und vielfältige Gesteinsprofile mit Ablagerungen, die konservierte Pflanzenreste und Blütenstäube enthalten. Sie geben über die Klima- und Floraentwicklung Schleswig-Holsteins Auskunft.

Heute leben seltene Pflanzen- und Tierarten (der roten Liste) in diesem Gebiet.

Bei einem zweiten Außentermin besuchte der Umweltausschuss im September 2006 den Erlebniswald Trappenkamp. Anlass war der erwogene Verkauf des Landeswaldes und die vom SHHB unterstützte Aktion des Landesnaturschutzverbands "Schleswig-Holstein, deine Bäume". In einer Stellungnahme hat sich der SHHB gegen den Verkauf des Landeswalds ausgesprochen, da die ohnehin nur geringen Waldflächen Schleswig-Holsteins einen hohen Wert für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes darstellen. Der Wald ist der natürliche Raum der Erholung und Naturbegegnung.

Der Erlebniswald Trappenkamp vermittelt hervorragend die Bedeutung des Waldes in seiner Öffentlichkeitsarbeit mit Austellungen, Seminaren und zahlreichen Sonderaktionen und erwirtschaftet einen großen Teil seiner Kosten damit. Im Jahr 2005 besuchten 228.000 Gäste das Gelände, darunter sehr viele Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern oder im Klassenverbund.

Der Erlebniswald Trappenkamp ist ein schönes Beispiel für eine gelungene öffentliche Einrichtung des Landes Schleswig-Holstein zur Umweltbildung von Kindern und Jugendlichen sowie als Erholungsziel.

Im Berichtszeitraum hat der Umweltausschuss die Neufassung des SHHB-Umweltprogramms fertig gestellt. Die redaktionelle Überarbeitung und die Abstimmung in den SHHB-Gremien stehen noch an.


SHHB Tel: 0431/98 384-20, Fax: 0431/98 384-23

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