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Jahresbericht 2007/2008, Ausschuss für Natur und Umwelt

Vorsitzende: Dr. Christel Happach-Kasan

Nach langer Vorarbeit, mit Expertengesprächen u.a. mit Prof. Dr. Taube und Prof. Dr. Dierßen sowie Exkursionen wie zum Beispiel in die Liether Kalkgrube, ist das Umweltprogramm des Schleswig-Holsteinischen Heimatbunds nun fertiggestellt. Es trägt den Titel "Natur und Umwelt in Schleswig-Holstein" und liegt der Jahreshauptversammlung in der Kurzform vor. Der vollständige Text wird nach Zustimmung der Mitglieder auf den Internetseiten des SHHB zu finden sein. Außerdem wird es abschnittsweise in der SHHB-Zeitschrift "Schleswig-Holstein" veröffentlicht.

Eine Neufassung des Umweltprogramms war erforderlich geworden, da zahlreiche neuere Entwicklungen, insbesondere auf EU-Ebene, wie das Programm Natura 2000 oder die Wasserrahmenrichtlinie, neu aufgenommen werden sollten.

Auf den vier Seiten der Kurzfassung und den, je nach Art des Druckes, rund 20 Seiten des vollständigen Textes ist in 10 Abschnitten in übersichtlicher und umfassender Form ein guter Einblick in die wichtigen Ziele des Umweltschutzes in einer allgemeinverständlichen Form gegeben. Es wird für einen längeren Zeitraum die Umweltarbeit des SHHB nach außen dokumentieren.

Zitat aus der Einleitung der Kurzfassung:

"Natur- und Umweltschutz sind gesellschaftliche Querschnittsaufgaben, die jeden einzelnen von uns betreffen und zum Handeln auffordern. Beides ist ohne persönliche Beteiligung und einen gesellschaftsübergreifenden Konsens nicht mehr denkbar. Dabei ist Natur- und Umweltschutz kein statisches Handlungsfeld, denn Natur bedeutet Wandel.

Der SHHB hat sich die Frage gestellt, welche menschlichen Einflüsse auf die Natur tolerierbar sind und welche gesteuert werden müssen. Ziel ist, die Funktionsfähigkeit der Naturhaushalte, die Lebensräume der heimischen Tier- und Pflanzenwelt, die Grundlagen für die Produktion gesunder Nahrungsmittel zu erhalten. Die Antworten wurden in folgenden Leitsätzen zusammengefasst".

Ein aktuelles Thema, mit dem sich der Umweltausschuss des SHHB befasst, ist die momentane Situation der Erhaltung der Tier- und Pflanzenarten, und damit der "Biodiversität" und der Vielfalt der genetischen Informationen. Anlass ist die Biodiversitätskonferenz im Mai in Bonn. Auch wenn der Rückgang der Arten eingedämmt werden konnte, nach wie vor sind Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Seltene Tierarten werden in zoologischen Gärten nachgezüchtet, Wildpflanzen in botanischen Institutionen gepflegt und in Saatgut-Genbanken bewahrt, um so den Erhalt der genetischen Informationen sicherzustellen. Dazu besteht in Deutschland noch ein großer Handlungsbedarf.

Im Februar 2008 führte der Ausschuss mit Wissenschaftlern des Landesamtes für Natur und Umwelt, Dr. Silke Lütt und Thomas Wälter, ein Informationsgespräch zum Thema Biodiversität unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in Schleswig-Holstein.

Auf einer Exkursion in den "Botanischen Garten der CAU Kiel" zeigt der stellvertretende Direktor Dr. Martin Nickol den Beitrag der Universität zu diesem Aufgabenkomplex.

Ein weiterer reizvoller Arbeitsbereich ist die Phänologie. Prof. Dr. Rammert wies im Ausschuss auf die phänologischen Gärten in Schleswig-Holstein hin.

Die Phänologie ist die Lehre von den jahreszeitlich wiederkehrenden Entwicklungsstadien in der Pflanzen- und Tierwelt. In unseren Breiten wird die Pflanzenentwicklung maßgeblich durch den Temperaturverlauf bestimmt. Daher sind phänologische Beobachtungen gute Indikatoren zur Untersuchung von Klimaänderungen. Die bekannteste phänologische Phase ist der Beginn der Blüte. In Schleswig-Holstein gibt es drei phänologische Gärten, z. B. einen in Ahrensburg. Träger sind der DWD (Deutsche Wetterdienst) und die Humboldt-Universität.

Einfache phänologische Gärten wären für Schulen leicht anlegbar und ein idealer Lernort mit biologischen und klimarelevanten Inhalten. Der Ausschuss empfiehlt dem SHHB, sich dieses Themas anzunehmen.

In der zweiten Jahreshälfte wird sich der Umweltausschuss auch mit dem aktuellen Stand und der weiteren Planung zur Wasserrahmenrichtlinie der EU (WRRL) befassen.


Stand: 15. September 2008