• Navigation •

  Aktuelles

  Der SHHB

         JSHHB

         LTV

  Arbeitsbereiche

  Veranstaltungen

  Wettbewerbe

  S-H-Tag

  Positionen

  Service

  unsere Zeitschrift

  Kontakt



Dialogforum Feste Fehmarnbeltquerung



 Projekt "Baumjagd"



   • Impressum •

 Schleswig-Holsteinischer

 Heimatbund e.V.

 Hamburger Landstr. 101,

 D-24113 Molfsee

 Tel.: +49 431-98384-0

 Fax: +49 431-98384-23

 eMail: info@heimatbund.de

 komplettes Impressum


Ausschuss für Natur und Umwelt Posizionspapiere



  Welche Chance haben großräumige Naturschutzprojekte?

Erhaltung
Historischer Kulturlandschaften

"Fragen an die politischen Parteien des Landes Schleswig-Holstein zur Landtagswahl 2005 aus dem Bereich Natur und Umwelt, erarbeitet vom Umweltausschuss des SHHB"



Welche Chance haben großräumige Naturschutzprojekte?

Verschiedene Großprojekte des Naturschutzes in Schleswig-Holstein sind in den letzten Jahren gescheitert, einige wenige konnten teilweise unter großen Mühen zum Erfolg geführt werden.

Unter den im wesentlichen gescheiterten Projekten sind zu nennen:

  • Die Ausweisung der Kossau als Gebiet für gesamtstaatlich repräsentativen Naturschutz. Es standen Fördermittel des Bundes in Höhe von 40 Mio. DM zur Verfügung, dennoch scheiterte das Projekt.

  • Die Gründung eines Biosphärenreservates im Bereich der Schaalsee-Landschaft . Im mecklenburgischen Teil der Schaalsee-Landschaft verursachte der Antrag auf Anerkennung als Biosphärenreservat keine Konflikte, die Anerkennung steht unmittelbar bevor. Im schleswig-holsteinischen Teil der Schaalsee-Landschaft wurde deren Ausweisung als Biosphärenreservat vehement bekämpft und scheiterte.

  • Die Erweiterung des Biosphärenreservates Wattenmeer. Der Nationalpark Wattenmeer hat inzwischen Akzeptanz gefunden, eine Erweiterung des Biosphärenreservats außerhalb des Nationalparks gelang nicht.

Zu den im wesentlichen erfolgreichen Naturschutzprojekten gehören:

  • Das Eider-Treene-Sorge-Gebiet;

  • Die Schaalsee-Landschaft als Fördergebiet für gesamtstaatlich repräsentativen Naturschutz.

  • Das dänisch-deutsche NSG "Fröslev-Jardelunder Moor"

  • Die Malenter Au

Aus den Erfahrungen der erfolgreich durchgeführten Naturschutzprojekte lassen sich folgende, den meisten Projekten gemeinsame Randbedingungen zusammenstellen, die am Erfolg der Projekte entscheidend beteiligt waren.

  1. Die grundlegende Idee für ein Naturschutzprojekt sollte aus der Region kommen z. B. von Vereinen oder Verbänden, die dort verankert sind und deren Mitglieder das Vertrauen der dort lebenden und wirtschaftenden Menschen genießen. Wenn die Idee außerhalb der Region entsteht, sollten Vermittler für die Idee in der Region gefunden werden, die für das Projekt begeistern.

  2. Ein Naturschutzprojekt muß die existentiellen Interessen der Bewohner einer Region angemessen berücksichtigen.

  3. Naturschutz darf nicht von bestimmten gesellschaftlichen Gruppen (Bewohner einer Region, Berufsgruppen) besondere Leistungen verlangen. Einschränkungen von bestehenden Nutzungsrechten sollen entschädigt werden. Naturschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, deren Durchführung von allen finanziert werden soll, an deren Erfolg alle teilhaben sollen.

  4. Es sind organisatorische Strukturen erforderlich, die die Mitwirkung der Menschen an der Ausgestaltung des Naturschutzprojekts ermöglichen. Ein Beispiel ist der Zweckverband Schaalsee-Landschaft, der Naturschutzverein Meggerdorf im Eider-Treene-Sorge-Gebiet, die Stiftung "Pro Natur" mit ihrem Projekt Malenter Au.

  5. Wissenschaftliche Ergebnisse, die die fachliche Grundlage zur Ausgestaltung von Naturschutzprojekten bilden, müssen in allgemeinverständlicher Form dargestellt werden.

  6. Zur Umsetzung von Naturschutzprojekten ist viel Zeit erforderlich, in der die Menschen einer Region sich mit den Naturschutzzielen vertraut machen, eigene Ideen zur Ausgestaltung des Projektes einbringen und konkret an ihrer Umsetzung mitwirken können. Diese Zeit muß von Anfang an eingeplant werden, damit nicht Zeitdruck und Ungeduld die Entwicklung des Vertrautseins mit den Ideen verhindern.

  7. Naturschutz sollte sich mehr als Chance zur Gestaltung sehen, denn als Entwicklungshemmnis. Die sich vollziehenden Nutzungsänderungen ermöglichen dem Naturschutz, gezielt seine Vorstellungen einzubringen, ohne auf radikale Veränderungen zu drängen, die zumeist Angst machen.

  8. Es sollte alles vermieden werden, was eine Polarisierung gesellschaftlicher Gruppen an einem geplanten Naturschutzprojekt bewirkt. Polarisierungen zwingen Menschen, sich für oder gegen ein Projekt zu entscheiden, statt Entwicklungen abzuwarten. In der Regel verhindern sie eine breite Zustimmung zu einem Projekt.

Fazit:

Die Erfüllung der oben genannten Bedingungen ist wesentlich abhängig vom Geschick der handelnden Personen. Einfühlsamkeit, Kenntnis der Region, Überzeugungskraft und Kompromißbereitschaft sind wichtige Eigenschaften für Moderatoren des Naturschutzes.

 

Ausschuß Mitglieder Naturschutzprojekte


Stand: 15. September 2008