07.09.2020 | Sprache/Literatur Aktuelles

Niederdeutsch ist Teil der schleswig-holsteinischen Identität

Am 26. August war viel Plattdeutsch im Schleswig-Holsteinischen Landtag zu hören.

Die Abgeordneten des Schleswig-Holsteinischen Landtags debattierten über eine stärkere Förderung der Regionalsprache Niederdeutsch im Land - und die meisten Redner taten dies auf Platt. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des „Plattdüütschen Raat för Sleswig-Holsteen“ haben die Fraktionen von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP den Antrag „Niederdeutsch ist Teil der schleswig-holsteinischen Identität“ gestellt, der auf eine Stärkung der Sprache sowohl in den Bildungssystemen als auch in den Medien abzielt. Der Landtag hat dem Antrag (Drucksache 19/2077) einstimmig zugestimmt.

Die Landesregierung wird darin aufgefordert, die niederdeutsche Sprache in Kindertagesstätten und Schulen weiter zu fördern und dies im Rahmen der Weiterentwicklung des Handlungsplans Sprachenpolitik fortzuführen. Konkret geht es um den Ausbau der Modellschulen Niederdeutsch sowie um die Unterstützung bei der Entwicklung eines Lehrwerks für die Sekundarstufe I als Fortführung von „Paul un Emma“ und „Paul un Emma un ehr Frünnen“. Weiter wird die Landesregierung aufgefordert, die schleswig-holsteinische Sprachenvielfalt in den öffentlich-rechtlichen Medien auszubauen.

Ministerpräsident Daniel Günther zeigte sich beeindruckt von der Debatte, die fast komplett auf Plattdeutsch geführt wurde. Für ihn hat die Regionalsprache einen festen Platz in der Gesellschaft und sie trägt zur Bildung einer schleswig-holsteinischen Identität bei. Der neue Handlungsplan Sprachenpolitik soll noch in diesem Jahr in den Landtag eingebracht werden. Günther betonte, dass die Landesregierung den vorschulischen und schulischen Bereich auch weiter fördern werden.

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