Kula-Projekt: Landschaft Stapelholm
Das Projekt "Natur- und Kulturlandschaften und ihr Wandel in Schleswig-Holstein" beschäftigt sich aktuell mit der Kulturlandschaft Stapelholm
Die historisch gewachsene Kulturlandschaft Stapelholm befindet sich in der Eider-Treene-Niederung und erstreckt sich über die Kreise Schleswig-Flensburg und Nordfriesland. Im Norden und Nordwesten wird sie durch die Treene begrenzt, im Osten durch den ursprünglichen Verlauf der Sorge, von dem mit der Alten Sorge ein Restgewässer erhalten geblieben ist. Im Süden bildet die Eider die natürliche Grenze, während die Landschaft im Westen spitz auf Friedrichstadt zuläuft, wo die Treene seit dem Jahr 1573 in die Eider umgeleitet wird.
Artenreiche Flusslandschaft
Durch diese besondere Lage zwischen den Flüssen Eider, Treene und Sorge ist Stapelholm stark vom Wasser geprägt und zählt zu den typischen Fluss- und Niederungslandschaften Norddeutschlands. Die Landschaft besteht aus Geestinseln (Holmen) und Flussniederungen mit weiten Grünlandflächen, Feuchtwiesen, Marschen und kleineren Moorbereichen. Die Feuchtgebiete und Flussauen bieten einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tierarten, besonders für Wasservögel, Zugvögel, Amphibien und Insekten. Aus naturschutzfachlicher Sicht ist Stapelholm ein wichtiges Gebiet für die Artenvielfalt.
Landwirtschaftliche Prägung Stapelholms
Besonders auffällig sind die zahlreichen Gräben, Kanäle und Entwässerungssysteme, die ab dem 16. Jahrhundert von holländischen Siedlern angelegt wurden, um die Flächen landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Seit Jahrhunderten spielt die Landwirtschaft eine zentrale Rolle in dieser Region. Vor allem Viehwirtschaft und Grünlandnutzung sind hier verbreitet, da die Böden in vielen Bereichen feucht und schwer zu bearbeiten sind. Die Region ist daher stark von Wiesenwirtschaft, Deichen und Weideland geprägt. Stapelholm ist historisches Bauernland mit einer reichen Bauernhauskultur. In den Dörfern finden sich jahrhundertealte sächsische Fachhallenhäuser, jütische Querdielenhäuser und sogar ein Haubarg. Typisch sind zudem die Bauernglocken in Drage, Erfde, Seeth und Stapel, die früher vor Gefahren wie Bränden warnten und Versammlungen ankündigten.
Diese Kombination aus natürlicher Flusslandschaft und menschlicher Nutzung macht Stapelholm zu einer typischen Kulturlandschaft, die als ruhiges Erholungsgebiet mit vielen Rad- und Wanderwegen entlang der Flüsse geschätzt wird.
Gefördert wird das Projekt "Natur- und Kulturlandschaften und ihr Wandel in Schleswig-Holstein" von BINGO! – Die Umweltlotterie (Projektförderung in Schleswig-Holstein).